Wenn die Hauptprobe misslingt...

Am vergangenen Wochenende bestritten wir unser letztes Turnier der Curling Champions Tour in Perth, Schottland. Das Teilnehmerfeld war mit vier starken kanadischen Teams und fast allen Topteams in Europa, das bestbesetzte Turnier in Europa.

Fotos

Mit dem Donnerstag 5. Januar hatten wir einen sehr windigen Tag für einen Flug nach Schottland erwischt. So konnten wir auch erst mit einer Stunde Verspätung nach London aufbrechen. In London haben wir eigentlich unseren Weiterflug nach Edinburgh bereits abgeschrieben und uns mit der nächstmöglichen Verbindung befasst. Doch auch der Flug nach Edinburgh war verspätet und so konnten wir den Flug doch noch erreichen. Wir mussten dann feststellen, dass wir wieder genau den gleichen Flieger bestiegen haben, mit welchem wir bereits nach London geflogen waren. Leider schaffte unser Gepäck den „Flugzeugwechsel“ nicht rechtzeitig und so mussten wir für die ersten 1 ½ Tage ohne unser Gepäck auskommen. Doch nun mal der Reihe nach…

In Edinburgh angekommen hatten wir schnell vom verlorenen Gepäck erfahren. Uns wurde versprochen, dass das Gepäck am nächsten Tag nach Perth geliefert wird. Das Turnier fand in Perth, ca. 45 Minuten mit dem Auto von Edinburgh entfernt, statt. Nachdem wir in Perth angekommen waren, gingen wir sofort in einen Supermarkt die wichtigsten Dinge einkaufen. Glücklicherweise haben wir unsere Curlingschuhe und –hose immer im Handgepäck und auch der Besensack, der als Sperrgut reiste, hatte den Weg nach Edinburgh pünktlich geschafft. …

Bereits am Donnerstagabend hatten wir unser erstes Spiel. Doch noch vor diesem fand die berüchtigte Calcutta-Night statt. An dieser werden alle teilnehmenden Teams vorgestellt und man kann auf die Teams und den Ausgang des Turniers wetten. Unser Team war den anwesenden „Bietern“ nicht sehr viel wert, also haben wir uns selber „gekauft“. Danach galt es dann ernst auf dem Eis.

An diesem Wochenende stand an Stelle von Flo, der wegen Prüfungen in der Schweiz bleiben musste, Cyril Stutz im Einsatz. Leider passten die Abläufe und auch die Teamleistung im ersten Spiel noch nicht wirklich, und so verloren wir dieses gegen das Schottische Team Smith.

Am Freitagmorgen spielten wir dann gegen ein weiteres Schottisches Team. Das Team um Skip Hamilton leistete aber nicht grossen Widerstand und so konnten wir bereits nach 4 Ends und einer sehr guten Leistung den ersten Sieg feiern. Im zweiten Spiel an diesem Freitag spielten wir dann ebenfalls wieder gegen ein Schottisches Team, diesmal um Skip Reid. Wir konnten die Leistung aus dem Morgenspiel wiederum abrufen und spielten einen soliden Match. Ins letzte End gingen wir zwar mit einem Stein Rückstand, doch wir hatten das Recht des letzten Steins. Wir spielten ein sehr gutes End und wurden dann am Schluss mit vier Steinen und dem Sieg belohnt. Der erfolgreiche Freitag wurde mit dem Galadinner im Hotel abgeschlossen.

Am Samstagmorgen wartete ein harter Brocken auf uns. Wir trafen auf das Kanadische Team McEwen, die Nummer 1 der Weltrangliste und auch der Gewinner des letztjährigen Perth Masters (und ebenfalls diesjährigen). Es gelang uns leider nicht das Spiel offen zu gestalten, wir mussten früh einem Rückstand nachrennen und diesen gaben die Kanadier dann nicht mehr Preis. Trotzdem war es eine gute Erfahrung gegen ein solches Team zu spielen und wir haben gemerkt, dass nicht viel fehlen würde um zu gewinnen. Mit dieser Niederlage befanden wir uns in der C-Road. Wir durften uns keine weitere Niederlage mehr leisten und mussten im Gegenzug drei Spiele in Folge gewinnen um den Viertelfinal zu erreichen. Leider scheiterten wir bereits im darauffolgenden Spiel. Den Gegner, das Schottische Team Edwards, hatten wir über das gesamte Spiel unter Kontrolle, leider kassierten wir aber einen Dreier im zweitletzten End und mussten dann zwei Steine schreiben im letzten End um uns ins Zusatzend zu retten. Dieses Unterfangen scheiterte leider und wir mussten uns bereits frühzeitig aus dem Turnier verabschieden. Das diesjährige Perth Masters war sicherlich das bestbesetzte CCT Turnier in dieser Saison und es fand bei ausgezeichneten Eisbedingungen statt. Wir würden gerne nächstes Jahr wieder dabei sein mit dem Ziel etwas besser abzuschneiden.

Trotz allem gehen wir gestärkt aus dem Wochenende als letzte Vorbereitung für die Meisterschaft. Wir sind wieder im Wettkampfrhythmus und konnten das Trainierte grösstenteils umsetzen. Zudem war die Stimmung im Team grossartig, so dass wir mit einem guten Gefühl an die erste SLA-Runde in Schaffhausen gehen können.

Die beiden curlingfreien Tage in Schottland verbrachten wir zum einen auf der Strasse durch die Highlands mit einem gemieteten Auto (danke Yves für das unfallfreie manövrieren des Autos bei Linksverkehr) und zum anderen in Edinburgh. Wir hatten am Montag ausgezeichnetes Wetter in Edinburgh. Wir machten eine kleine Wanderung auf einen kleinen Hügel in der Stadt und genossen die atemberaubende Aussicht über die Stadt, die Küste und die Highlands.

Hier findet ihr die Fotos, die Cyril in Schottland gemacht hat.

In den nächsten vier Wochen spielen wir alle drei Teile der Swiss League A. Das Ziel ist in 15 Spielen genügend Punkte zu sammeln um die Qualifikation innerhalb der ersten sechs Teams (von 16) abzuschliessen und uns für die Finalrunde Mitte Februar in Gstaad zu qualifizieren.

Der Startschuss fällt dieses Wochenende in Schaffhausen. Der Spielplan sieht wie folgt aus:

Fr, 13.1.12      16:00 gegen Worb (C. Durtschi)

Sa, 14.1.12      08:00 gegen Dübendorf (W. Attinger)

                        16:00 gegen ZH Grasshopper (T. Müller)

So, 15.1.12     08:00 gegen Bern (M. Pfister)

                        16:00 gegen Bern-Zähringer (B. Werthemann)        

Wir würden uns sehr über Fan-Unterstützung vor Ort freuen!